Presse

VDU - "Nachwuchsunternehmerin des Jahres 1997"

FÜRSIE 7/98 - "Man muß Sehnsucht und Verstand kombinieren"

Hamburg Magazin 1998 - "Wer wagt gewinnt"



VERBAND DEUTSCHER UNTERNEHMERINNEN, 20355 Hamburg

PRESSEMITTEILUNG

Kunst-Handwerkerin ist "Nachwuchsunternehmerin des Jahres 1997"

Der Verband Deutscher Unternehmerinnen (VDU), Landesverband Hamburg, präsentiert die Vergoldermeisterin und Kunst-Handwerkerin Kirsten Beuster, als Nachwuchs-unternehmerin 1997 für den Bereich Handwerk.

Frau Beuster betreibt seit 1992 eine Galerie und Vergolderei im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst.

Der Preis wurde anläßlich des 6. Kongresses "Frau & Finanzen" in der Handelskammer Hamburg überrreicht.

Frau Giesela Hielscher vom VDU überreichte den Preis und begründete, warum im Bereich Handwerk die Wahl auf Frau Beuster fiel:

"Frau Beuster versteht es, mit hervorragenden Qualitäten Kunst und Kommerz miteinander zu verbinden. Auszüge aus der vielseitigen Vita möchte ich herausgreifen: In ihrer Werkstatt führt sie Techniken wie die Marmormalerei, Arbeiten mit Blattmetallen sowie Farb- und Naturstoffen aus. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Galeriearbeit und der Kunsthandel."

Kirsten Beuster möchte die starre Differenzierung in den drei klassischen Bereichen der Kunst, der Freien Kunst, des Designs und des Kunsthandwerks auflösen. Gerade in Deutschland hat letzteres einen unterbewerteten Stellenwert. "Ein guter Kunsthandwerker zeichnet sich nicht nur durch Vielseitigkeit und Engagement aus, sondern er ist gleichzeitig Künstler, Designer, Handwerker und sein eigener Manager."

Die Galeriearbeit einerseits und die kunsthandwerkliche Spezialisierung
andererseits kennzeichnen ihren Aufgabenbereich heute. Der Bereich des Kunsthandels, der Kunstberatung und Kunstausstattung, sowie der Ausstellungsorganisation für Firmen und Institutionen erweitern ständig die Unternehmensbereiche.



FÜRSIE 7/98

KIRSTEN BEUSTER, HAMBURG, VERGOLDERMEISTERIN, GALERISTIN

"Ich wollte immer nur eins: für die Kunst leben"
Die Liebe zur Malerei war wie ein Zwang: Sie wollte ausstellen, Malern helfen - nur wie das alles finanzieren? Als Kirsten Beuster den leerstehenden Laden sah, griff sie zu - und biß sich mit Erfolg durch.
Ein Traum? Ihr Lebensplan ist es, den Kirsten Beuster realisierte, eine Art Selbsterschaffung, indem sie Beruf und Traum kombinierte: Seit sechs Jahren betreibt sie eine eigene Vergolderwerkstatt mit Galerie — vorn stellt sie moderne Maler aus, hinten sitzt sie an der Werkbank und restauriert, entwirft, baut Rahmen. "Immer schon wollte ich das: für die Kunst leben, aber ich wußte lange nicht, wie mich das ernähren könnte."
Wie eine innere Flamme ist der Traum durch ihr ganzes Leben mitgegangen: Sie hat erst "sehr handfest, klassisch" das Vergolderhandwerk gelernt, hat Faßmalerei gemacht, fand, "das alles ist es noch nicht". Sie warf für eine Weile alles hin, arbeitete in einem Poster-Verlag, richtete sich dann doch nebenher eine Vergolderwerkstatt ein, entwickelte Programme für Messen, war erfolgreich, und doch ...
"Ich wußte: Meine Sache ist die Beschäftigung mit der Kunst", erinnert sich die blonde junge Frau. "Da muß ich hin, egal, wie viele Menschen mir abraten wollen."
Eines Tages sah sie den leeren Laden - und wußte gleich: Der war's. Hell, erschwinglich, endlich gab es das Gehäuse für den Traum. "Man ist erstaunt, wie viele Menschen einem noch Knüppel zwischen die Beine schmeißen", sagt sie, "aber ich habe mein Konzept durchgezogen. Ich wußte: Den Weg, den ich gehen will, muß ich auf meine eigene Weise machen."
Das Ergebnis macht sie stolz: Ihre Ausstellungen mit israelischen und französischen Malem haben schon Aufsehen erregt. Sie arrangiert auch Ausstellungen in Unternehmen, übernimmt zusätzlich weiterhin Aufträge zur Rahmenvergoldung, um die Liebe zur Malerei zu finanzieren. Wenn ihr Sohn etwas größer ist, will sie auch wieder selber malen.
"Ich glaube, man darf seinen Traum für nichts auf der Welt aus der Hand geben", sagt die Hamburgerin, "man muß vielmehr versuchen, einen Lebenssinn damit zu erfüllen. Mein Sinn besteht darin, Maler aus ihrem Kämmerlein an die Öffentlichkeit zu holen und Ihnen auf diese Weise etwas zurückzugeben für das, was sie mit ihren Bildern an Schönem in die Welt hineintragen. Man muß die modernen Maler fördern." Und sie gesteht: "Im Grunde lebe ich meinen Traum. Nur hin und wieder gehe ich raus und verdiene das Geld, um ihn weiter zu realisieren."



Hamburg Magazin 1998

Wer wagt gewinnt

Das traditionelle Handwerk ist schön, aber leider etwas verstaubt“, sagt Vergolder-Meisterin Kirsten Beuster, „deswegen versuche ich mit meiner Arbeit, die Grenzen zu erweitern. Vor allem die Übergänge zu Kunsthandwerk und freier Kunst müssen durchlässiger werden.“ Neue Wege zu beschreiten, das ist für die Hamburgerin nichts unbekanntes. Mit der Ausbildung zur Vergolderin und Faßmalerin entschied sie sich für einen klassischen Männerberuf und ließ sich auch von körperlich anstrengenden Arbeiten wie Fräsen oder Sägen nicht abschrecken. ,,Man muß nur höllisch auf die Finger aufpassen“, lacht sie, „der Rest ist kein Problem.“ Nach der Meisterprüfung arbeitete sie zunächst in einem großen Kunst-Verlag und baute dort die Vergolderei als eigenständige Abteilung auf. Vor fünf Jahren wagte Kirsten Beuster dann den Sprung ins kalte Wasser und machte sich mit einer Ladenwerkstatt mit angeschlossener Kunstgalerie selbstständig. „Anfangs habe ich schon Angst gehabt“, erinnert sie sich, „habe mich immer wieder gefragt, ob ich das alles schaffe, mich nicht übernommen habe.“ Doch Durchhaltevermögen und ein gutes Konzept machten sich bezahlt. Mit ihrer breiten Angebotspalette, deren Spektrum von traditionellen Vergoldungs-Techniken bis zu experimentellen, avantgardistischen Varianten wie Holz- und Drahtgitter-Rahmungen reicht, machte sich die Vergolderei Beuster schnell einen Namen. Inzwischen hat sich der Kundenstamm von anfänglichen 20 auf rund 2000 erweitert, und für die nahe Zukunft ist ein weiterer Ausbau des Geschäfts geplant. Denn in „Bewegung zu bleiben und immer neue Ziele zu stecken“ ist eines von Kirsten Beusters Grundprinzipien, und so möchte sie sich als nächstes verstärkt im Bereich Kunst-Management engagieren. Daß neben soviel Arbeit das Privatleben und vor allem Söhnchen Lukas nicht zu kurz kommen, sei „nicht immer ganz einfach“, räumt sie ein, aber „wie alles andere schließlich auch nur eine Frage der Organisation.“ Und so kommt der Preis, den sie als frisch designierte „Jungunternehmerin des Jahres 1997“ vom Verband Deutscher Unternehmerinnen erhalten hat, nahezu goldrichtig: Es ist ein einwöchiges Seminar zum Schwerpunkthema „Zeitmanagement“...