Restaurierung

Was beinhaltet Konservieren, Restaurieren, Renovieren ?

Die Restaurierung umfasst einen weitgefächerten Themenkreis.
In der Vergolderei werden alte Rahmen, Skulpturen oder Objekte bearbeitet. Alte Rahmen und Skulpturen stellen einen Vergolder vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Es werden Kopien alter Rahmen in den traditionellen Handwerkstechniken hergestellt, beispielsweise für Sammler, Museen usw.
Die zugehörigen Bilder werden gereinigt, gefirnisst und fachmännisch gerahmt, kompli-ziertere Restaurierungen werden in Zusammenarbeit mit den Restauratoren vorgenommen.
Es besteht hier seit Jahren eine enge Zusammenarbeit mit Restauratoren des
Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg.

Da Kunstgegenstände in ihrem jeweiligen Zustand ein unwiederbringliches Kulturgut darstellen, welches entsprechend fachmännisch beurteilt, dokumentiert und restauriert werden sollte, ist eine restauratorische Verantwortung Basis für die weitergehende Restaurierung.
Dies bedeutet nicht nur fundierte Fachkenntnis, sondern im Bedarfsfalle auch eine um-fassende technische Ausrüstung, die meist nur von den großen Museen mit ihrem technischen Standard gewährleistet werden kann.

Folglich obliegt die Restaurierung immer primär den Fachleuten und Restauratoren.
Es wird grundsätzlich in die Bereiche der Gemälde und Skulpturenrestaurierung, die Textilrestaurierung, die Papierrestaurierung, die Stein- und Metallrestaurierung sowie die Objektrestaurierung einschließlich Glas und Keramik mit entsprechend ausgebildeten Fachleuten, unterschieden.

Es gelten drei wichtige Grundsätze in der heutigen Restaurierung:

Konservieren:
Das Schlagwort „konservieren nicht restaurieren“ kann durch Interpretationen für Ver-wirrung sorgen. Zunächst hat jede restauratorische Maßnahme den Erhalt eines Denkmales oder eines historischen Objektes zum Ziel. Hieraus kann sich ergeben, dass bei einigen Kunstobjekten ausschließlich eine entsprechende Sicherung und Konservierung akzeptabel sein kann. Als Resultat folgert daraus, dass die Entscheidung für eine Restaurierung oder Renovierung unter bestimmten Vorrausetzungen notwendig oder den Umständen ent-sprechend, eine Restaurierung/Renovierung strikt abzulehnen ist.
Eine ausführliche Bestandsaufnahme, Dokumentation und Analyse im Vorfeld hat ent-scheidende Bedeutung, um eine entsprechende Einordnung und Bewertung vornehmen zu können.

„Conservare“ lateinisch „bewahren“, beinhaltet immer den elementarsten Grundsatz des Restaurators. Konservierungsmethoden sollten zunächst immer den Bestand der Sicherung eines kulturhistorischen Objektes zum Ziel haben und weiterem Substanzverlust vorbeugen.
Es mag in Ausnahmefällen eine Situation gegeben sein, in welcher der Grundsatz einer Reversibilität bei der Konservierung außer acht gelassen werden muss, wie beispielsweise
in Bereichen der Denkmalpflege, dies bleibt eine Ausnahme.

Folglich zählen Sicherung und Instandsetzung eines Objektes in den Bereichen der Denk-malpflege, nicht zur Konservierung hinzu.
Die Entfernung von Substanzen, die den Zustand des Objektes ursächlich gefährden können, sind grundsätzlich Maßnahmen einer Konservierung.
Das „Konservieren“ gilt folglich als Basis und Grundlage für alle weitergehenden restau-ratorischen Überlegungen.

Tafelleime, Haut- und
Knochenleime
in Plattenform mit unterschiedlichen
Eigenschaften und Qualitäten in der
Restaurierung/Vergoldung verwandt.

Restaurieren:
„Restaurieren“ beinhaltet die Wiederherstellung eines kulturhistorischen Objektes.
Hier geht es über eine konservatorische Tätigkeit weit hinaus.
Es gilt die Zielsetzung, die ästhetischen und historischen Werte eines Objektes erneut sichtbar zu machen. Der Konservierung folgt die Restaurierung zu einer Wiederherstellung einer Gesamterscheinung eines kulturhistorischen Objektes. Die Restaurierung fügt dem originalen Bestand neue Teile hinzu, ohne den originalen Bestand zu schmälern. Da eine Fehlstelle im Gemälde weit über den unmittelbaren sichtbaren Schaden hinaus die ästhetische Gesamtwirkung beeinträchtigt, bemüht man sich, diese durch eine Retusche zu schließen.
Dies mag im Falle der differenzierten Möglichkeiten einer Restaurierung von der neutralen Retusche bis zu einer detaillierten Ergänzung fehlender Teile des Objektes führen.
Auch Verunstaltungen durch fehlerhafte Restaurierung können rückgängig gemacht werden, ein Feld, welches auch unter Fachleuten zu unterschiedlichen Bewertungen und Problemen führen kann.

Grundsätzlich ist der Originalzustand eines Kulturgegenstandes zu respektieren und erst nach gründlicher Analyse und Bestandsaufnahme eine Entscheidung zu treffen. Dies kann in eine analytische Restaurierung ausarten, die alle historischen Zustände eines Objektes aufzeigt, aber jenseits aller ästhetischen Grundsätze bleibt. Eine Analyse und Spuren-sicherung darf nie zum Selbstzweck einer Restaurierung werden.

Die restauratorischen Grundsätze beinhalten immer eine Beschränkung auf das Nötigste, sowie den Grundsatz der Reversibilität. Die traditionellen und modernsten Restaurierungs-methoden sollten gleichwertig zur Anwendung kommen.
Dies setzt auch die ständige Reflektion eines Restaurators mit den neuesten Forschungs-methoden seines entsprechenden Fachbereiches voraus.

Kreiden / Kalziumcarbonat
mit unterschiedlichen Eigenschaften und
Qualitäten, separat oder in Mischungen
in der Restaurierung / Vergoldung
verwandt.
Renovieren:
Das Renovieren beinhaltet ein„Erneuern“ und ist ebenfalls verbreitet.
Die Renovierung kann schnell historische Substanz vernichten und irreversible Verluste zur Folge haben .Folglich ist eine Renovierungsmaßnahme nur dann zu vertreten, wenn sie konservierend wirkt oder andere Konservierungsmöglichkeiten undurchführbar sind.

Nur wenn eine originale Substanz technisch nicht mehr konservierbar oder die alte Substanz nicht mehr den Einflüssen oder der Umwelt gerecht werden kann, kann im Bedarfsfalle renoviert werden.


Zusammenfassung:
Man kann die Konservierungs-, Restaurierung und Renovierungsmaßnahmen nicht klar voneinander abgrenzen. In der Praxis greifen sie ineinander und sind in ein differenziertes Gesamtkonzept verzahnt, welches nach gründlicher Analyse und Abwägung aller Möglich-keiten, die bestmögliche Sicherung und Erhaltung eines Objektes zum restauratorischen Ziel haben sollte.
Der Besitzer eines Kunstwerkes vermag durch entsprechend sorgsame Behandlung und Pflege ergänzend einen wichtigen Teil zur Erhaltung des Objektes beitragen.
(siehe Bilderpflege).